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Blick von Osten - was führen die Russen so?! Hier eine der besten Gesamtdarstellungen:
https://www.thefirearmblog.com/blog/2016...forcement/
Das DV-2 Carbon (mit der alten Klingenform) ist seit vielen Jahren mein Eigen. Wenn man in extrem abgelegener Wildnis mit einer nur ein Werkzeug Strategie unterwegs ist, wäre das die beste Wahl.
Leider kriegt man die Messer von Kizlyar kaum noch her, vor allem die interessanteren Modelle.
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Eine russische Kuriosität die jetzt in der Ukraine auch wieder aufgetaucht ist (so wie langsam alles was jemals in der Sowjetunition an noch so obskuren Waffen je hergestellt wurde dort auftaucht, einzelfallweise sogar zum ersten Mal) wären Schieß-Kampfmesser.
Die Sowjets fertigten solche vor allem für die Speznaz GRU, sie werden daher oft als Aufklärer-Messer oder Späher-Meser bezeichnet (Speznaz sind in Russland überwiegend Aufklärungseinheiten und weniger Spezialeinheiten in unserem Sinne).
Das bekannteste ist das Нож Разведчика Стреляющий, das NRS-2.
https://modernfirearms.net/en/handguns/h...nrs-2-eng/
https://zonawar.ru/podrobno/nosg_nrs2.html
Das Messer kann sehr gut geworfen werden (absurd das als Zielsetzung zu haben) - es ist ein brauchbares Kampf- und Allzweckmesser, und es beinhaltet eine 7,62mm Patrone, so dass man damit einen Schuss abgeben kann. Man kann es natürlich auch nachladen, aber es ist jeweils nur ein Schuss abfeuerbar.
https://www.youtube.com/watch?v=JdkiY6muhDA
https://www.youtube.com/watch?v=XR9E2R7y_rA
Die Patrone wird nach hinten gefeuert, also durch das untere Ende des Griffes. Man kann damit mit ein wenig Übung angeblich bis 25 m ein Mannziel sicher treffen.
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Was haltet ihr von den Klassikern Fairbairn Sykes, Ka-bar, Bowie und Kukri?
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(02.04.2026, 19:23)Frank353 schrieb: Was haltet ihr von den Klassikern Fairbairn Sykes, Ka-bar, Bowie und Kukri?
Erstes dürfte als reines Kampfmesser die Nase vorn haben.
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Nun, wenn ich mich recht entsinne, habe ich mich über diese Messer ja schon teilweise ausgelassen. Dessen ungeachtet:
FS Dolch:
Ist schlussendlich auch nichts anderes als ein klassischer Deutscher Grabendolch des 1WK und andere solche vergleichbare Messer der Arditi und anderer. Der wesentliche Unterschied ist, dass dieser Dolch von der Balance her stark nach hinten gewichtet ist. Wenn man mal einen richtigen in der Hand hatte (und nicht die lächerlichen Teile welche heute gefertigt werden und die nur noch so aussehen als ob), dann weiß man was ich meine. Das macht dieses Messer sehr schnell und sehr wendig und beweglich. Als reines Kampfmesser ist er meiner Meinung nach nicht per se überlegen. Er ist halt sehr leicht, sehr führig, man kann ich den ganzen Tag lang tragen ohne dass er behindert und er fällt irgendwann gar nicht mehr auf. Er ist kurz und führig und damit für den modernen Krieg als reines Kampfmesser sehr gut, gerade eben weil er so leicht und kurz und führig ist. Viele verstehen nicht, dass die Klinge dieses Dolches sehr scharf sein sollte. Heutige Exemplare sind teilweise lächerlich stumpf, aber dieser Dolch sollte nach Fairbairn gleichermaßen zum Stechen und Schneiden eingesetzt werden und Stiche erlangen gerade eben durch eine scharfe Schneide erst richtig Mannstoppwirkung (Vergrößerung des Wundkanals etc)
Ka-Bar:
Theoretisch ein perfektes Kampfmesser das zugleich perfekt als Mehrzweckmesser verwendbar ist. Das Ka-Bar hat jedoch einen schwerwiegenden Konstruktionsfehler. Die Klinge geht mit einem Winkel in den Erl im Griff über, der dazu führt, dass die Klinge sehr leicht genau am Griff abbricht. Oder sich stark verbiegt und dies selbst schon bei geringeren Belastungen. Das mindert die Wirkung als reines Kampfmesser nicht, senkt aber die Nützlichkeit als allgemeines Gebrauchsmesser erheblich. Wenn man genau hinsieht, dann sieht man, dass die Klinge nicht symetrisch mittig aus dem Griff heraus kommt, sondern leicht "nach vorne" versetzt. Damit die Spitze direkt in der Mitte der Verlängerung des Griffes aus gesehen ist. Dies mit der Form des Erls zusammen führt dazu, dass das Ka-Bar hier eine immens problematische Schwachstelle hat. Die Firma hat übrigens erst dieses Jahr zum ersten Mal eine richtige Full-Tang Version des Messers heraus gebracht, aber die ist nicht mehr so leicht und elegant wie das Original. Keine Empfehlung.
Bowie:
Ist ein immens weiter Begriff. Die Unterschiede sind so gewaltig, dass man kaum ein allgemeines Urteil fällen kann. Ein klassisches Bowie ist ein großes Mehrzweck- und Kampfmesser. Wenn es gut verarbeitet ist, dann ist das ein herausragend gutes Kampfmesser. Aber: richtige Bowies sind schwerer und sperriger und genau deshalb im modernen Krieg nicht so sinnvoll. Denn für die größeren Arbeiten ist eine leichte Machete überlegen und für die Verwendung als bloßes Kampfmesser ein kleineres, leichteres Kampfmesser. Richtige Bowies sind also Generalisten, die in allem verwendbar sind, aber in nichts richtig gut.
Kukri:
Hier ist wenig bekannt, wieviele unterschiedliche Formen es gibt und dass die für den Kampf verwendeten Khukuri eine andere Klingenform hatten als die welche wir heute als typisch für diese Werkzeug-Waffe empfinden. Die hatten deutlich schlankere, leichtere Klingen. Ich habe eine ganze Reihe an Khukuris. Die eigentlich für den Kampf vorgesehenen sind als Kampfmesser wesentlich besser als das was sonst heute als typisch "Kukri" angesehen wird. Und trotzdem immer noch als Werkzeug vollauf brauchbar. Aber auch hier gilt, dass für einen modernen Soldaten ein Khukuri meist zu groß, zu schwer, zu sperrig ist und Gewicht und Platz wegnimmt, die man für andere Dinge benötigt. Als reines Werkzeug sind Khukuris jedem Bowie weit überlegen, als Kampfmesser muss man realisieren, dass sie völlig anders wirken und man damit mit wuchtigen Schlägen und Hieben agiert (nicht einmal mit Schnitten( und dass hackende Hiebe damit eine völlig andere Wirkung haben als sonst mit Kampfmessern. Schlussendlich sind das Kurzschwerter bzw. wird hier die Grenze vom Kurzschwert zum Kampfmesser überschritten oder bewegen sie sich genau an dieser Grenze entlang. Für den modernen Krieg ist zu bedenken, dass Helm, Schutzweste, Ausrüstung usw. wie eine Rüstung die Wirkung eines Khukuri mindern, man also damit einige Übung benötigt um einen modern ausgerüsteten Soldaten damit sicher und schnell ausscchalten zu können. Deutlich mehr Übung als mit anderen Messerformen. Dieser notwendige Übungsaufwand spricht auch gegen das Khukuri.
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Vielen Dank. Sehr interessant.