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RE: Vierter Golfkrieg - Schneemann - 14.03.2026 Die US-Seite führt wohl Verstärkungen heran (teils hinter Schranke): Zitat:Pentagon Is Moving Additional Marines, Warships to the Middle Easthttps://www.wsj.com/livecoverage/us-israel-iran-war-news-2026/card/pentagon-sends-marine-expeditionary-unit-to-middle-east-WeoODg0XIIe31W3np2aI Bereits vor einigen Tagen wurde zudem bekannt, dass ein THAAD aus Südkorea nachgezogen werden soll, vermutlich um den Ausfall des Systems vor Ort zu kompensieren. Das soll allerdings bei den Südkoreanern nicht sonderlich gut angekommen sein. Schneemann RE: Vierter Golfkrieg - Nightwatch - 14.03.2026 (14.03.2026, 13:57)Kongo Erich schrieb:Ja?Nightwatch schrieb:...hmmm Die Amerikaner haben zig Dutzend Tanker am Golf im Einsatz und können ohne weiteres noch Dutzende nachführen. Das da aktuell fünf in Saudi mit ein paar Löchern im Rumpf rumstehen ändert nichts an den Verhältnissen. Erstaunlich eher, dass so wenig Schäden am Boden auf den Flugfeldern entstanden sind. Offiziell zumindest, würde mich wundern wnn so manches Gerücht doch stimmt und es hier und dort weitere Ausfälle gibt. Wie hier schon oft von verschiedenen Seiten geschrieben, die Leute haben keine Vorstellungen was Krieg ist. Der Krieg gegen den Iran ist nicht nur der erste größere Krieg mit Westbeteiligung seit Jahrzehnten sondern wahrscheinlich auch gegen den Gegner mit der mit größten Schlagkraft auf Theater-Ebene seit dem zweite Weltkrieg. Gemessen daran sind die Verluste lächerlich geling und das in so kurzer Zeit erreichte schlicht spektakulär. Was nicht heißt das es keinen Probleme gibt. Wie in den meisten Kriegen werden auf allen Ebenen teils haarsträubende Fehler gemacht. Mitunter sind diese erklärbar, mitunter auch nicht (siehe etwa Verlegung der Tripoli ESG erst jetzt). Aber das ändert nichts an der Gesamtlage. Und die ist für das iranische Regime schlicht verheerend. RE: Vierter Golfkrieg - alphall31 - 14.03.2026 Zitat: Zwei AN/TPY-2-Radaranlagen, das technische Kernstück des THAAD-Systems, wurden in Jordanien zerstört. Der Bestand an Abfangraketen ist Schätzungen zufolge von rund 600 Stück zu Jahresbeginn auf möglicherweise unter 200 gesunken. https://www.flugrevue.de/usa-ziehen-raketenabwehr-ab/ Nachdem letztes Jahr schon zwei Patriot Systeme aus Südkorea abgezogen wurden Richtung Golf könnten jetzt noch weitere folgen . RE: Vierter Golfkrieg - Quintus Fabius - 14.03.2026 Werter Nightwatch: Zitat:Weiß jetzt nicht ob wir über die taktische Relevanz von Olivenbäumen bei der gegenseitigen Bespaßung im Westjordanland oder über aktuelle Grenzverläufe auf den syrischen Hochebenen und die Behauptungen irgendwelcher Bauern diskutieren müssen wenn es gerade ein paar geringfügig größere Baustellen gibt. Dass das nicht neu ist ist mir schon klar, zumal die Israelis das auch schon letztes Jahr praktiziert haben und 2024 Vegetation mit weißem Phosphor in Brand gesteckt haben usw. Ich halte das dennoch in Wahrheit für eine größere Baustelle, weil solche Methoden der Umweltkriegsführung hier nur dazu dienen, die Zivilbevölkerung in anderen Ländern zu vertreiben und die Gebiete damit ethnisch zu säubern, da das ganze Sicherheitsargument nur vorgeschoben sein kann, weil die beseitigte Vegetation schlicht und einfach keinen wirklichen Sichtschutz darstellt. Sie ist taktisch irrelevant. Folglicherweise wird hier eine scheinbare "taktische" Maßnahme als Mittel der strategischen Kriegsführung verwendet, um mittels solcher Umweltkriegsführung politisch-strategische Ziele zu erreichen. Die systematische Vernichtung der Lebensgrundlagen der Zivilbevölkerung stellt jedoch astrein ein Kriegsverbrechen dar. Solche Kriegsverbrechen als irrelevant zu bezeichnen weil es "größere Baustellen" gäbe, halte ich für eine bewusste Verzerrung. Und ich halte das israelische Vorgehen hier für eine der vielfältigen Methoden des schleichenden Völkermordes, mit dem Israel seinen "Lebensraum" ausweiten will (ich schreibe das ganz bewusst so). Ergänzend zu folgendem: Zitat:Wie in den meisten Kriegen werden auf allen Ebenen teils haarsträubende Fehler gemacht. Exakt so ist es. Krieg bedeutet fortwährendes Versagen, von beiden Seiten. Die Seite die weniger versagt gewinnt. Man kann sich das nicht vorstellen, bis man es selbst einmal gesehen hat. Man stellt sich das alles ganz großartig vor, von immens fähigen und kompetenten Führungskräften geleitet, tatsächlich aber stümpern alle in unfassbar unfähiger Art und Weise vor sich hin. Es geht nämlich gar nicht anders, weil die Komplexität und die Dynamik nicht händelbar sind. Was wir hier nun sehen, und da hat Nightwatch schlicht und einfach recht, ist ein beispielloses Versagen des Iran. Die militärische Leistung des Iran liegt weit weit unter dem was möglich wäre / gewesen wäre. Zitat:Ich sehe den Sinn so nicht. Wenn sie Kharg unbedingt in die Luft jagen möchten könnten sie in ihrer Denke auch irgendwelcher ballistischen Raketen draufwerfen oder Dronen einsetzen. Da muss man nicht prophylaktisch verminen. Das schadet aber auch nicht und kostet nicht viel. Und ballistische Raketen können abgefangen werden, die Insel gedeckt werden, die Schäden begrenzt sein. Zudem ist die Insel nicht besetzbar, wenn man sie massiv vermint hat. Weil man sie dann schlicht und einfach mit den feindlichen Truppen in die Luft jagen kann. Entsprechend stellt sie für den Feind keine gewinnbare Verhandlungsmasse dar. Zitat:Ihr Ziel ist irrational, ihr handeln nicht. Die Wollen siegen, nicht untergehen. Primär sind sie inkompetent. Selbst das Atomprogramm hätten sie so gestalten können, dass sie es erfolgreich zu Ende hätten führen können. Und mit wem was sie hatten, hätten sie sehr viel mehr Schaden anrichten können. Stattdessen haben sie ziemlich beschränkt reagiert. Insgesamt war ihre ganze politische Strategie seit vielen Jahren völlig falsch und irrational und verblendet, wenn sie tatsächlich hätten siegen wollen. Folglicherweise ist ihr handeln entweder: 1. irrational oder 2. dumm und verblendet. oder 3. beides. ich tippe auf letzteres. RE: Vierter Golfkrieg - Broensen - 14.03.2026 (14.03.2026, 14:39)Nightwatch schrieb: Der Krieg gegen den Iran ist nicht nur der erste größere Krieg mit Westbeteiligung seit Jahrzehnten sondern wahrscheinlich auch gegen den Gegner mit der mit größten Schlagkraft auf Theater-Ebene seit dem zweite Weltkrieg. Gemessen daran sind die Verluste lächerlich geling und das in so kurzer Zeit erreichte schlicht spektakulär.Vergleiche könnte man hier ja vor allem mit den beiden US-Angriffen auf den Irak ziehen. Und da stellt sich mir die (ernstgemeinte) Frage, ob der Iran heute tatsächlich stärker als der Irak damals zu bewerten ist. Außerdem muss man dabei eigentlich noch auseinander halten, dass es sich aktuell um eine reine Luftkriegsführung mit geringfügigen Seekriegs-Anteilen handelt, während im Irak auch Krieg zulande geführt wurde. RE: Vierter Golfkrieg - voyageur - 14.03.2026 https://www.franceinfo.fr/ Zitat:#NAHOST Donald Trump fordert andere Länder auf, Kriegsschiffe zu entsenden, um die Straße von Hormus zu sichern, durch die ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt und die de facto vom Iran blockiert wird. „Viele Länder werden in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um die Meerenge offen und sicher zu halten“, schreibt der US-Präsident auf seinem Netzwerk Truth Social und äußert die Hoffnung, dass China, Frankreich, Japan, Südkorea, das Vereinigte Königreich und andere dies tun werden. RE: Vierter Golfkrieg - Kongo Erich - 14.03.2026 anscheinend hatte Donald dieses Szenario gar nicht auf dem Schirm - und dafür, dass "der Sachstand militärisch einfach zu bilanzieren ist" gibt es immer wieder neue Nachrichten, die einen grübeln lassen: (10.03.2026, 12:52)Nightwatch schrieb: ... Der Iran ist verteidigungsunfähig ...Dafür heizt der Iran aber ziemlich ein. Ich nehme mal den Iran-Krieg im Liveticker von n-tv: Zitat: ...und weil ich gerade beim Thema Schifffahrt bin: Anscheinend läuft da auch nicht alles so, wie diejenigen, die den Iran überfallen haben, sich das vorstellen. Der Iran hat offenbar die Möglichkeit, gezielt für einzelne Schiffe die Durchfahrt zu sperren oder zu ermöglichen, während die Angreifer nicht die Möglichkeit haben, eine Durchfahrt zu erzwingen und - offensichtlich planlos - nach Verbündeten zur Gewährleistung der Passage suchen (gleiche Quelle) Zitat: ...Wieso sollten "China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder" Schiffe entsenden, wenn sie auf anderen Weg durch diplomatische Abstimmung mit dem Iran die Passage für ihre Schiffe auch erreichen können? Insbesondere der Aufruf an China wirkt da schon sehr hilflos für die "inzwischen wohl Möchtegern-Supermacht aus Nordamerika". Der ntv-US-Korrespondent Peter Kleim erklärt dann auch, welche Entwicklungen sich anbahnen und erläutert die "absolute Konzeptlosigkeit" des US-Präsidenten: Washington könnte die Reaktion Teherans deutlich unterschätzt haben. RE: Vierter Golfkrieg - Nightwatch - 14.03.2026 Ich muss jetzt nicht ausbuchstabieren, dass verteidigungsunfähig im Kontext heißt, dass der Iran keine Möglichkeiten mehr hat sich gegen die israelischen und amerikanischen Luftangriffe eben zu verteidigen. Die werden gerade ausgebombt. Das er parallel noch in der Lage ist selbst einige Raketen und Drohnen einzusetzen, also im beschränkten Maße Offensivoperationen durchzuführen ändert nichts daran, das ihnen gerade ihr Wehrpotential entzogen wird. Hat was von die Dritte Armee setzt über den Rhein, aber wir feuern weiterhin V2 auf London. Die Öffnung der Straße von Hormuz ist ein längerfristiger Prozess. Wiederholt, ich weiß nicht woher diese fixe Idee kommt, dass alles sofort und am besten bis vorgestern geschehen muss. Militärischen Operationen laufen in Phasen ab und mitunter bedarf es auch eines gewissen Maßes an Vorbereitung bis irgendetwas geschieht. Insofern Hysterie stecken lassen und abwarten. Übrigens ist es für Trump jetzt auch nicht die schlechteste Entwicklung, wenn er über diesen Hebel andere Nationen in den Krieg mit reinziehen kann. RE: Vierter Golfkrieg - Quintus Fabius - 14.03.2026 Zitat:Der Iran hat offenbar die Möglichkeit, gezielt für einzelne Schiffe die Durchfahrt zu sperren oder zu ermöglichen, während die Angreifer nicht die Möglichkeit haben, eine Durchfahrt zu erzwingen und - offensichtlich planlos - nach Verbündeten zur Gewährleistung der Passage suchen Komplett falsch. Der primäre und zur Zeit ausschlaggebende Grund, warum Tanker welchen die Iraner die Durchfahrt nicht gestatten die Straße nicht durchfahren ist, dass die Versicherer die Versicherungen gekündigt haben bzw. in diesem Fall, sollte doch etwas passieren, nicht zahlen würden. Das hat rein gar nichts mit den tatsächlichen Wirkmöglichkeiten der Iraner zu tun, sondern damit, dass die bloße Drohung und das rein theoretische Risiko bereits genügen, bei den erheblichen Vermögenswerten die da transportiert werden. Stattdessen hoff man darauf, dass der Krieg in Kürze rum sein wird und man dann mit Versicherung zu den bisherigen Konditionen weiter machen kann. RE: Vierter Golfkrieg - Kongo Erich - 14.03.2026 Auch die pure Drohung wirkt - was also ist daran komplett falsch? RE: Vierter Golfkrieg - Quintus Fabius - 14.03.2026 Das die Drohung keine Substanz hat. Das ist der wesentliche Punkt. RE: Vierter Golfkrieg - Kongo Erich - 14.03.2026 Der "wesentliche Punkt" ist kein Punkt, nicht mal ein kleiner, weil alleine die Drohung schon dazu geführt hat, dass der Verkehr komplett zusammen gebrochen ist. RE: Vierter Golfkrieg - Quintus Fabius - 14.03.2026 Er ist nicht komplett zusammen gebrochen, da reihenweise Schiffe mit Duldung der Iraner die Straße passieren. Tatsächlich exportiert der Iran aktuell sogar etwas mehr Öl als vor Kriegsbeginn, was ja an Abstrusität nicht zu überbieten ist. Zum anderen wäre es sehr wohl möglich, die Schiffe die aktuell nicht passieren können dort hindurch zu bringen. Angesichts der Vermögenswerte spekulieren die Gierschlünder von Konzernen jedoch aktuell halt darauf, dass der Krieg bald vorbei sein wird und dann gar kein Risiko mehr besteht. Zudem bedeuten höhere Ölpreise für die Herrschaften zugleich auch deutlich höhere Einnahmen. RE: Vierter Golfkrieg - lime - 15.03.2026 (14.03.2026, 22:55)Quintus Fabius schrieb: Zum anderen wäre es sehr wohl möglich, die Schiffe die aktuell nicht passieren können dort hindurch zu bringen. Angesichts der Vermögenswerte spekulieren die Gierschlünder von Konzernen jedoch aktuell halt darauf, dass der Krieg bald vorbei sein wird und dann gar kein Risiko mehr besteht. Zudem bedeuten höhere Ölpreise für die Herrschaften zugleich auch deutlich höhere Einnahmen. Zu kurz gedacht. Selbst wenn 10 durchfahren und davon nur ein Tanker versenkt würde wäre das auf längere Sicht nicht zu kompensierende Verluste. Werftkapazitäten für den Tankerbau sind begrenzt und auf Jahre ausgebucht. Von den möglichen Umweltschäden mal ganz zu schweigen. RE: Vierter Golfkrieg - Kongo Erich - 15.03.2026 (14.03.2026, 22:55)Quintus Fabius schrieb: Er ist nicht komplett zusammen gebrochen, da reihenweise Schiffe mit Duldung der Iraner die Straße passieren.ich habe bereits darauf hingewiesen: Dieser gestiegene Export (14.03.2026, 12:28)Kongo Erich schrieb: ... erlaubt aber nicht den (unterschwelligen) Schluss, der Iran sei für seine Ölexporte ausschließlich auf den Seeweg durch die Straße angewiesen.Die Gesamtsumme der Exporte sagt nicht, auf welchem Wege diese Mengen transportiert wurden. Die (nur wenigen) Tanker, die seit Kriegsbeginn auf dem Seeweg aus dem Golf ausgelaufen sind, können für die gesamte Exportmenge auch gar nicht verantwortlich sein. Konkret also: ein nicht unerheblicher Teil der höheren Exporte könnte auch über die Pipelineverbindungen nach Zentralasien und China, also auf dem "Landkorridor" - erfolgt sein. |