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Die Entwicklung der Landwirtschaft, des Staates und des Krieges - Quintus Fabius - 13.12.2025 Über die Anfänge von Landwirtschaft und Krieg und wie diese zusammen hängen: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304387817300330 Zitat:Ferguson (2013) reviews archaeological data on prehistoric warfare for Europe and the Near East. For Europe, the Upper Paleolithic shows negligible evidence of war, and barely any evidence of interpersonal violence. In the Mesolithic, from the onset of the Holocene around 11,600 BP (before present) until the arrival of agriculture, warfare is 'scattered and episodic'. This period is associated with increasing sedentism, more food storage, more distinctive group identities, and greater inequality. About 500–1000 years after the Neolithic transition to agriculture, warfare became widespread, and during the subsequent Copper, Bronze, and Iron Ages, warfare was the norm. Die Landwirtschaft bringt Staaten hervor, die anfangs Räuber-Beute Verhältnisse sind. Die Staaten sind de facto Sklavenhalter. Der Kampf um das Land und die Sklaven befördert den Krieg, bis dieser der Naturzustand der menschlichen Gesellschaften wird. Zitat:Ferguson reviews a substantial body of evidence indicating warfare in other parts of the Near East, including Anatolia and the northern Tigris area, at least as early as the Pottery Neolithic, beginning around 8400 BP. At some sites, warfare probably goes back to the Pre-Pottery Neolithic A, from 11,600–10,500 BP, when agriculture began to arise in southwest Asia. Natürlich gab es auch schon vorher Gewalt zwischen Gruppen, es gibt sogar bereits Skellete von Neanderthalern die Verletzungen durch Waffen aufweisen, aber diese Gewalt nahm nicht die Form von Kriegen an. Der Krieg ist also wie der Staat ein Produkt des Ackerbaus, der wiederum eine Folge von Verschlechterungen der Umweltbedingungen im Nahen Osten war (Jüngere Dryas) bei welchen die ökologische Grenze schlagartig abgesenkt wurde, die Zahl der Menschen aber trotz der geringen ökologischen Grenze erhalten werden konnte - durch die Landwirtschaft. Noch ein interessanter Aspekt: Zitat:The Standard Cross Cultural Sample, or SCCS, is a representative sample of 186 well-documented and culturally independent pre-modern societies (Murdock and White, 1969, Murdock and White, 2006). Two results from this data set stand out (Kelly, 2013a, Kelly, 2013b). The first is that while there is evidence for warfare in all types of societies, the incidence of warfare is lower for egalitarian nomadic foragers than it is for non-egalitarian sedentary foragers. The second (first reported in Keeley (1996)) is that population pressure is correlated with warfare while population density is not, where population pressure refers to population relative to total food, and population density refers to population relative to total land. Zitat:Our theory helps explain Ferguson's (2013) finding that in Europe, warfare was rare or non-existent in the Upper Paleolithic, sporadic in the Mesolithic, and common in the Neolithic and later. The small foraging bands of the Upper Paleolithic probably had fluid social boundaries, with easy individual mobility across groups through exogamous marriage and kinship networks. At very low population densities it would also have been difficult to exclude outsiders from a territory, leading to open access conditions (Dow and Reed, 2013). Moreover, the foraging bands of the Upper Paleolithic almost certainly had Malthusian fertility dynamics. Together, these factors would make warfare unlikely. Die Landwirtschaft erhielt die für die natürlichen ökologischen Grenzen zu große Zahl von Menschen, dann wuchs diese mit der Verbesserung der klimatischen Bedingungen durch die Landwirtschaft drastisch und das Problem vergrößerte sich fortwährend, bis Krieg die unausweichliche Folge war. Schlussendlich manövrierte die Landwirtschaft die Menschheit in Strukturen, in denen die absolute Mehrheit der Menschen deutlich schlechter lebte als vorher, ständig nur hungerte oder verhungerte oder durch Kriege dezimiert wurde (oder durch Krankheiten aufgrund der veränderten Lebensweise). Da aber durch diese Strukturen Gruppen entstanden waren (Eliten, Herrscher, Priester, Kriegerkasten etc) die weit überproportional von diesem System profitierten und darüber hinaus durch Gewaltanwendung (Krieg) in der Lage waren das entstandene System gegen den Willen der Mehrheit aufrecht zu erhalten um ihre eigenen persönlichen Vorteile dadurch zu erhalten, setzten sich diejenigen durch die Kriegerisch erfolgreicher waren. Womit der Krieg zur notwendigen Funktion des Staates wurde, um sich selbst zu erhalten. Und um das nochmal zu betonen: Staaten sind institutionalisierte Räuber-Beute Verhältnisse: Zitat:The evidence from Section 2 suggests that warfare is more common among farmers than among mobile hunter-gatherers. This appears to be true even for egalitarian farming groups, although warfare undoubtedly increases when such groups develop into stratified chiefdoms or states. Ein weiterer Artikel in die gleiche Richtung: https://www.journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/659335?journalCode=ca RE: Die Entwicklung der Landwirtschaft und des Bauernstandes - Quintus Fabius - 13.12.2025 Mit dem frühesten Ackerbau trat noch eine interessante Nebenwirkung auf: eine drastische Verengung des männlichen Erbgutes, was schlicht und einfach heißt, dass nur noch sehr wenige Männer sich vermehrten, und schlussendlich alle Kinder von ihnen abstammten. Das ganze geht bis zu einem Verhältnis von 17 Frauen auf 1 Mann. Die Gründe dafür sind noch nicht ganz klar und werden diskutiert. Vermutlich war es ein ganzes Faktorenbündel, zu dem aber schlussendlich auch massive Kriege (in dieser Zeit tauchen die ersten Nachweise von Völkermord und Massakern auf) und die Herrschaft kleiner Kriegereliten massiv beigetragen haben. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4381518/ https://www.sciencealert.com/neolithic-y-chromosome-bottleneck-warring-patrilineal-clans Zitat:Around 7,000 years ago - all the way back in the Neolithic - something really peculiar happened to human genetic diversity. Over the next 2,000 years, and seen across Africa, Europe and Asia, the genetic diversity of the Y chromosome collapsed, becoming as though there was only one man for every 17 women. RE: Die Entwicklung der Landwirtschaft, des Staates und des Krieges - Quintus Fabius - 29.03.2026 Ein interessantes Fallbeispiel von Ackerbau, Sesshaftigkeit, Kriegsführung und ihren Folgen ist der Zerfall der Linearbandkeramischen Kultur die lange Zeit in weiten Teilen Mitteleuropas vorherrschend war. Die linearbandkeramische Kultur war nun noch nie friedlich, schon von Anfang gab es Befestigungsanlagen, regelmäßige Kämpfe und Massaker sowie etwaig einige besonders kriegerische Gruppen die weitreichende Raubzüge unternahmen. Es gibt Hinweise auf systematischen Menschenraub, in einem Sonderfall anscheinend auch zum Zweck des Kannibalismus. Nun kam es aber zum Ende der Linearbandkeramischen Kultur zu einem Klimaoptimum. Das ist konträr zu vielen anderen Zusammenbruchsphasen menschlicher Kulturen, die oft klimatischen negativen Veränderungen zum Opfer gefallen sind. Hier jedoch das Gegenteil. Das Klima wurde so hervorragend wie es nur sein konnte, die Bevölkerung explodierte (im Verhältnis der damaligen Zeit) und damit explodierte der Krieg. Zeitgleich tritt vermutlich die erste soziale Gliederung der Gesellschaften dieser Kultur auf, die vorher wahrscheinlich sehr weitgehend egalitär waren. Besonders auffällig sind Veränderungen bei den Ritualen und den Begräbnissitten, was auf neue religiöse Vorstellungen schließen lässt und dass sich die Gruppen die vorher untereinander sehr ähnlich waren sich nun deutlicher unterscheiden (beispielsweise bei der Beerdigung der Toten). Hochinteressant in diesem Kontext ist auch, dass früher bei dieser Kultur Frauen aus entfernten Gebieten geholt wurden oder einwanderten, was dann abreißt. Und dass es vorher weitreichende Handelsnetze gab, insbesondere für Feuerstein / Silex als wesentlichstem Rohstoff, welche dann zunehmend unterbrochen werden. Es kommt zu einem eindeutigen Zusammenbruch der Handelsnetze und damit zu Problemen mit der Rohstoffversorgung, aber warum? Es sind keine äußeren Umstände dafür ausmachbar, daher ist es meine These, dass proto-staatliche Strukturen, damit einhergehende religiöse Veränderungen, Xenophobie und Kriege ein wesentlicher Aspekt dafür waren. Die Distanzen für importierten Feuerstein wurden immer knapper während genau zeitgleich die Massaker drastisch zunehmen und die Befestigungsanlagen häufiger auftreten und stärker sind. Etwaig wollte man sogar gezielt feindlichen Gruppen die Versorgung mit Feuerstein kappen. Schließlich kollabierte die linerabandkeramische Kultur, an innergesellschaftlichen Problemen und meiner These nach aus verheerenden Kriegen. Der Zusammenbruch ist im weiteren derart total, dass die Linerbandkeramische Kultur im Genpool der heutigen Europäer kaum Spuren hinterlassen hat. Es kommt schlussendlich zu einem richtigen Abriss. Und der Übernahme der vormaligen Siedlungsgebiete durch andere Gruppen. Selbst von den westeuropäischen Jäger und Sammlerkulturen ist praktisch gesehen genetisch mehr übrig, da diese in den steinzeitlichen Paralellgesellschaften ja noch 2000 Jahre lang zu den Ackerbauern parallel existierten. Eine wesentliche Ursache für Kriege scheint zum Ende dieser Kultur der systematische Frauenraub gewesen zu sein. Interessant in diesem Kontext ist, dass Frauen der Jäger- und Sammlerkulturen in die Linearbandkeramische Kultur "einheirateten", aber umgekehrt praktisch niemals Frauen der Linerbandkeramiker in die Jäger- und Sammler der Parallelgesellschaften. Zudem weist eine Analyse der vielen Funde von Massakern darauf hin, dass der wesentliche Grund für Kriege wohl Frauenraub war. Wenige Männer hatten demzufolge viele Frauen, die sie sich mit Gewalt von anderen Männern nahmen. Das deutet meiner Meinung nach (These) auf eine Proto-Staatliche Struktur mit einer gesellschaftlichen Elite hin, welche sich über die Landwirtschaft (Erpressbarkeit wegen Ernte / Aufbewarhung) die Mehrheit der Menschen de facto versklavte. Meine These ist zudem, dass die Linearbandkeramiker Sklaverei hatten und gezielt Sklaven jagten, auch dies ein Zeichen der ersten Proto-Staaten, welche die Folge des Ackerbaus waren. Wir müssen hierbei aber von unserem Verständnis von Staat lösen, damit sind keine modernen Staaten im heutigen Sinne gemeint, sondern die Herrschaft von Eliten über eine zunehmend rechtlose Kaste von Unfreien. Der Kollaps dieser Kultur war von der Population her derart dramatisch, dass Europa danach für 1500 Jahre lang äußerst dünn besiedelt war. RE: Die Entwicklung der Landwirtschaft, des Staates und des Krieges - Quintus Fabius - 30.03.2026 https://www.science.org/content/article/headless-bodies-hint-why-europe-s-first-farmers-vanished Zitat:The LBK farmers flourished for more than 400 years, eventually occupying a 1500-kilometer belt of fertile land stretching as far west as the Paris Basin. Was ihnen passierte war das entstehen sozialer Schichten, von Proto-Staaten, Kriegsführung, Zusammenbruch von Handelsetzen und der vorher üblichen friedlichen Migration von Frauen, stattdessen systematischer Frauenraub, Sklaverei, neue Kulte und schließlich genozidale Kriege. Zitat:Perhaps thanks to its rapid expansion, LBK society remained remarkably uniform across an estimated 700,000 square kilometers of Europe, judging from artifacts and, more recently, ancient DNA. Extracted from LBK skeletons, the DNA shows these pioneers were directly descended from early Anatolian farmers, and mostly avoided mingling with local hunter-gatherers they may have encountered as they spread across Europe. Gerade diese ethnische, kulturelle, technische und höchstwahrscheinlich auch sprachliche Homogenität hatte Frieden zur Folge, ausgedehnten weitreichenden Handel und ausgedehnten weitreichenden Frauentausch. Dann zerfiel dies, wurde Heterogen und alles geriet in rasante Abwärtsspiralen. Wie bei vielen frühen Proto-Staaten waren vermutlich Kulte und religiöse Praktiken ein wesentliches Element sich gegen andere Menschen zu wenden. Dafür spricht auch der zum Ende dieser Kultur um sich greifende, wahrscheinlich rituelle, Kannibalismus. Zitat:In the decades since, archaeologists have found many more mass graves across Europe, all dating to roughly the same time. Many, like Talheim, looked at first like the results of small-scale raiding or local conflicts. Zitat:At a site in southwestern Germany called Kilianstädten, for example, the 26 victims included 10 children under age 6. As at Talheim, many of the skulls had been smashed, but the assailants had systematically shattered their targets’ shins, too, either as a form of torture or as a symbolic postmortem maiming. “It was a statement by the perpetrators,” says Meyer, who examined the bones. “They did this on purpose.” Zitat:At a site in Austria called Asparn-Schletz, archaeologists found the remains of about 200 women, children, and men of all ages in a deep ditch outside a large LBK settlement. At first it looked as though an entire village had been slaughtered at once, presumably wiped out by rivals in an early act of organized warfare. In that scenario, the dead should include many biological relatives. But a study of ancient DNA from Asparn-Schletz published this year showed only two of the people in the ditch were close genetic kin, indicating something far stranger had occurred there. An Herxheim ist besonders interessant, dass die dort Getöteten aus einem sehr großen Einzugsgebiet stammen und anscheinend teilweise über erhebliche Distanzen dorthin gebracht wurden und dass dort gesichert in großem Umfang Kannibalismus betrieben wurde. Und die neuen Funde bei Vrable sind ebenfalls herausragend: Zitat:At Vráble, archaeologists hope to trace the forces that drove these curious acts of violence. Sending a drone into the clear sky, Kiel archaeologist Nils Müller-Scheeßel points out where ground-penetrating radar surveys found three massive “neighborhoods” occupied simultaneously at Vráble between 5250 and 5050 B.C.E. Each one is 400 meters across and had 15 to 20 longhouses at any given time, each housing an extended family. Together they amounted to a metropolis by LBK standards, with up to 1000 inhabitants. Eine Kriegerelite unterwarf / versklavte / tötete / opferte, die umliegenden Bauern aus ihrer Befestigung heraus, welche sie von eben diesen Bauern graben ließ, bis die Bevölkerung sich innerhalb weniger Jahrzehnte durch diese Übernutzung des Humankapitals praktisch auflöste. Und dies auf engstem Raum. Die Gruppe in der Befestigung fing nach Errichtung der Festungsanlage an, systematisch Menschen zu köpfen, in ganz großem Stil, bis die arbeitende Bevölkerung daran demographisch zugrunde ging: Zitat:When they found the first headless skeletons, Fuchs and her colleagues weren’t sure whether the bodies had been deliberately decapitated. Neolithic societies sometimes disinterred people and rearranged their bones long after death. Perhaps, they thought, the bodies were allowed to decay after dying naturally, and then the loosened skulls were removed as part of some unknown ritual. Das wesentlichste aber ist auch hier, dass es keinerlei Zeichen für Klimaverschlechterungen gibt, wie man lange Zeit angenommen hat. Man postulierte ja lange Zeit Dürren als Hauptverantwortlichen für den Zusammenbruch, aber die Skellete zeigen keinerlei Mangelerscheinungen, ganz im Gegenteil. Zitat:Archaeologists often invoke overpopulation and climate change to explain ancient turmoil. But so far, none of the bones from massacre sites have shown evidence of famine or malnutrition. To him the evidence points to “something of a cultural collapse.” From a demographic point of view, the LBK was a stunning success story. What started as a small core group of pioneering farmers spread and expanded across vast territories in just a few centuries, a population boom with few parallels in human history. Fazit: In einem Klimaoptimum breiten sich Ackerbauern aus Anatolien kommend in ganz Zentraleuropa aus, auf den dortigen Lößböden. Durch die Geschwindigkeit der Expansion sind Sprache, Kultur, Religion, Lebensweise und Technologie sehr homogen. Die Böden sind extrem fruchtbar, die Bevölkerung explodiert. Es entstehen für die Zeit erstaunlich große Siedlungen. Die Kultur nimmt einen sehr großen Raum quer durch Europa ein, expandiert aber dann nicht weiter, sondern bleibt auf die fruchtbaren Lößböden beschränkt. Die weniger fruchtbaren Gebiete werden von den verdrängten Jäger-Sammlern gehalten, vor allem entlang der Küsten, weshalb diese Kultur immer im Abstand vom Meer bleibt. Es kommt in Wahrheit zu wärmeren, regenreicheren Zeiten - die Temperaturen waren um die 2 Grad höher als sie es jetzt sind und die Bevölkerung nimmt nochmals zu. Höchstwahrscheinlich entstehen Systeme von Sklaverei und sozialer Schichtung. Befestigungsanlagen werden errichtet, es gibt immer mehr Zeichen von Krieg und Zerfall - die Handelsnetze kollabieren und der wesentliche Feuerstein erreicht viele der Gruppen nicht mehr bzw. nicht mehr gleichermaßen. Die Jäger-Sammler Völker die entlang der Küsten leben machen am Rand militärischen Druck (ebenfalls gestärkt durch das Klimaoptimum) und der Frauentausch über große Distanzen fällt aus. Es entsteht eine Kultur des systematischen Kampf um Frauen, Frauenraub, wahrscheinlich gibt es Sklavinnen, es entstehen verschiedene Kulte (die Begräbnissitten sind plötzlich überall verschieden) und es gibt wie jetzt mit den neuen Funden klare Hinweise auf lokale soziale Unterschiede (eine Gruppe in einer Befestigung rottet innerhalb einer Generation die Gruppen außerhalb der Befestigung aus und betreibt systematische Kopfjagden) während einige extreme Gruppen in systematische Raubzüge übergehen deren Opfer rituellem Kannibalismus zum Opfer fallen. Und dies alles ohne Not. Kurz und einfach: es entsteht der Proto-Staat. im Gegensatz zum Zweistromland gelingt es aber in Mitteleuropa den Eliten nicht, ihr menschliches Vieh zu erhalten, dass Humankapital wird zerstört, wie auch anderorten kommt es zu einer Rückkehr und Stärkung der Jäger-Sammler-Völker und fliehen die Menschen aus den Siedlungen und von der Landwirtschaft weg, woran sie aber vermutlich teilweise mit Gewalt gehindert werden. Schließlich kollabiert diese gesamte frühe Zivilisation so weitgehend, dass weite Teile Europas für Jahrhunderte weitgehend unbevölkert und leer bleiben. Die Landwirtschaft führte zum Proto-Staat und divergierenden Kulten (die von den entstandenen Eliten zur Festigung ihrer Herrschaft benutzt werden) - rituelle Gewalt und Kriege sollen die Kohäsion erhalten die auseinander fällt - es entsteht ein System von Sklaverei (anders sind die Befestigungsanlagen nicht erklärbar mit den damaligen Arbeitsmöglichkeiten) und schließlich ein System von gegeneinander Krieg führenden Proto-Staaten, welche den Zusammenbruch der Handelsnetze für Feuerstein zur Folge hat, dem folgend der totale gesellschaftliche Kollaps in religiösem Wahn, Kopfjagd, Frauenraub, Sexsklaverei und Vernichtungskriegen sowie Kannibalismus bis zum Totalzusammenbruch der Kultur. Der primäre Unterschied zu anderen solchen ersten Keimzellen des Staates ist es, dass es hier nicht gelingt die Bevölkerung wie Vieh zu erhalten und weiter zu züchten (ich wähle diese Worte ganz absichlich so). Aus Unfähigkeit, aus technologischem Unvermögen und aus zu großer Abhängigkeit vom Feuersteinhandel. RE: Die Entwicklung der Landwirtschaft, des Staates und des Krieges - Frank353 - 02.04.2026 Wenn ihr Mal ein Standardwerk dazu lesen wollt, das sehr gut geschrieben ist und viele überraschen wird. Die Geschichte der Sklaverei von Egon Flaig. Der Name Hindu-Kusch wird dort mehrfach fallen. Keine Spoiler. RE: Die Entwicklung der Landwirtschaft, des Staates und des Krieges - Quintus Fabius - 07.04.2026 Ja, die Massenversklavung von Hindus durch muslimische Invasoren und die genozidalen muslimischen Kriege in Nordindien sind auch so ein Kapitel, dass außerhalb von Indien praktisch unbekannt ist. Ich weiß noch nicht genau wo ich es hinpacke, aber Sklaverei im allgemeinen bzw. eine Weltgeschichte der Sklaverei etc. sind hier ja nicht das Thema. |